Hartheim, 21.05.2017, von Sebastian Aust

Ein kleines Dorf mitten im Wald

Grundausbildungsgruppe bereitet sich intensiv auf die anstehende Abschlussprüfung in Lanouville - Hartheim vor

GKW 1 mit Helfer davor und im Hintergrund zwei Helfer an der Leiter

Ausbildungsstation mit verschiedenen Themen der Grundausbildung

Pünktlich um 6:45 Uhr treffen die Helferanwärter der Grundausbildungsgruppe in der THW-Unterkunft ein. Etwas müde, aber gut gelaunt warten Sie mit Spannung darauf, wofür Sie den gepackten Tagesrucksack und eine Mahlzeit brauchen würden?! Die ersten Ideen grassierten bereits im Laufe der Woche, aber ob es so kommt wie vermutet, das sollte sich im Laufe der nächsten Drei­vier­tel­stun­de zeigen.

Zunächst wurde der Gerätekraftwagen 1 (GKW 1) der ersten Bergungsgruppe aus der Fahrzeughalle gefahren, mit zusätzlichen Feldbetten und ein paar Kisten ausgerüstet, dann die persönliche Ausrüstung der Helferanwärter - diese musste vollständig in einen Rucksack/Reisetasche passen - verladen. Doch wo sollte es hingehen?

Kurz nach 7 Uhr stand mit dem Thema "Kartenkunde" der erste Ausbildungsinhalt auf der Tagesordnung. Nach einer kurzen Einführung konnten die vier anwesenden Helferanwärter gemeinsam die vorgegebene Zahlenkolonne entschlüsseln und die Lage des anzusteuernden Zieles auf der topografischen Karte lokalisieren. Lanouville, ein militärisches Übungsgelände mit zirka 30 Häusern im Wald bei Hartheim, wurde anschließend mit dem GKW1 angesteuert.

"Der L134 folgen und dann in Hartheim recht schnell links zum Rhein." - so die Anweisung von Helferanwärter Jacob J. auf dem Beifahrersitz des GKW 1. Er war zusammen mit dem Kraftfahrer des GKW 1 verantwortlich dafür, dass die Fahrt zwischen der Unterkunft und dem zirka 12 Kilometer entfernten Übungsgelände reibungslos verlief. Dank des vorher vom Ortsverband Breisach abgeholten Schlüssels, konnte das Übungsgelände problemlos mit dem Großfahrzeug erreicht werden.

Vor Ort angekommen, verschafften sich die Müllheimer THWler erst mal einen Überblick über das Gelände. "Nicht schlecht Herr Specht, wie das hier aussieht." oder "Cool! Hier kann man ja mal richtig was machen." war zu hören. Schnell war ein geeigneter Platz für den GKW gefunden und es wurde mit der Ausbildung begonnen. Peu a peu entluden die Helferanwärter mehr und mehr Gerätschaften aus dem Fahrzeug und übten den Umgang damit.

So langsam wurde auch allen klar, warum die heutige Ausbildung nicht am Standort in Müllheim, sondern auf dem Übungsgelände in Lanouville stattfand. Neben der Ruhe und Abgeschiedenheit, bietet das Gelände vielfältige Möglichkeiten um beispielsweise den Umgang mit Leitern, die Absicherung einer Unfallstelle, verschiedene Rettungs- und Bergungsmethoden zu üben. Hiervon wurde im Laufe des Tages ordentlich Gebrauch gemacht.

Je nach Thema wurden an ein bis zwei Stationen die Lerninhalte vermittelt und intensiviert. Es wurde geknotet, Leitern gesichert und bestiegen, geübt wie man Verletzte auf Tragen bindet und vieles mehr. Der Grundlegende Umgang mit den Gerätschaften des THWs wurde unseren Helferanwärtern im Laufe des letzten Jahres bereits vermittelt, jetzt ging es an den "Feinschliff". 

Die beiden Ausbilder Nicklas Stein und Sebastian Aust legten besonders auf Details und die Einhaltung der THW-Vorschriften wert. So konnten alle Aufgabenstellungen sicher, unfallfrei und zügig bewältigt werden. Der ein oder andere Trick wurde selbstverständlich auch verraten, so dass die Helferanwärter gut vorbereitet zur anstehenden Prüfung fahren können.

Vom höchsten Gebäude vor Ort hat mein eine herrliche Sicht über das Übungsgelände - ideal für eine zünftige Brotzeit zum Mittag - aber auch perfekt geeignet um die Schiebeleiter des GKW 1 auf die volle Länge auszufahren und selbst zu testen, ob man sich traut, die volle Leiterlänge zu besteigen. Sowohl der geübte Kreuz- und Passgang bereitete keinem Helferanwärter Schwierigkeiten und auch die Höhe des dreistöckigen Gebäudes stellte kein Hindernis dar. Alle gelangten sicher auf das Dach und von dort auch wieder zurück auf den Boden.

Genauso kurzweilig wie der bereits verstrichene Vormittag gestaltete sich der Nachmittag. An vier Stationen mussten die Helferanwärter die wichtigsten Druck- und Hebewerkzeuge des GKW 1 aufbauen und einsatzbereit machen. Dies erfordert Geschick, die richtige Reihenfolge und eine Grundordnung beim Aufbau - nur so funktioniert es schnell und zuverlässig. Bereits nach wenigen Minuten hatte jeder die jeweilige Aufgabe gelöst und Schere und Spreizer, die hydraulischen Heber und die Hebekissen waren einsatzbereit.

Die letzte Aufgabe des Tages wurde ebenfalls mit Bravour gelöst. Während sich die Ausbilder um das Abendessern kümmerten, bestand die Team-Aufgabe darin, für alle Beteiligten eine Sitzgelegenheit zum Abendessen zu bauen. Nach einer kurzen Beratung entschieden sich unsere Helferanwärter dazu, dies mit Steckleitern, Teilen des Einsatz-Gerüst-Systems (EGS), Holz und Leinen zu machen. Die am Vormittag vertieften Stiche und Bunde waren jetzt eine große Hilfe - am Ende hat es für jeden einen Sitzplatz zum Essen gehabt - Aufgabe mit Bravour bestanden.

Nach dem Verzehr des leckeren Nudelsalates und der mitgebrachten Grillwürste, wurde noch aufgeräumt und das Nachtlager vorbereitet. Überdachte Schlafplätze hätte es genug, aber wenn der Himmel schon sternenklar ist und es nicht allzu kalt werden sollte, dann bleiben wir doch alle draußen! Gesagt getan. Ruck zuck waren die Feldbetten aufgebaut und ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer mit allerhand Geschichten klang langsam aus.

Nach einer erholsamen Nacht machte sich die Grundausbildungsgruppe am frühen Sonntagmorgen wieder auf in die Unterkunft nach Müllheim. Nachdem die Fahrzeuge geputzt, das Material gereinigt und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt war, gingen alle ihrer Wege. Müde, gut gelaunt und voller Wissen, fast so wie die Ausbildungsübung der Grundausbildungsgruppe begann - nur eben fast.

Diese Übungen sind wichtig um im Einsatzfall nicht nur gut ausgebildet zu sein, sondern auch wichtige Kenntnisse zu haben, wie man sich in den ersten 24 bis 48 Stunden eines Einsatzes ohne das gewohnte Zuhause verpflegen und unterbringen kann. Mehr als einen kleinen Rucksack und eine Mahlzeit braucht es erstmal nicht.

Wenn auch Du Teil des THWs werden möchtest, dann komme doch donnerstags einmal bei uns vorbei und schau rein. Das nächste Übungswochenende der Grundausbildungsgruppe kommt auf jeden Fall, wo es dann hingeht, lass Dich überraschen.


  • GKW 1 mit Helfer davor und im Hintergrund zwei Helfer an der Leiter

  • Ausbildungsstation mit verschiedenen Themen der Grundausbildung

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